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Alexanderplatz

Der Alexanderplatz ist eines der historischen Zentren und der belebteste Platz Berlins. Obwohl im 18. Jahrhundert noch vor der Stadtmauer gelegen, erlangte das Areal damals schon zentrale Bedeutung für die Stadt. Durch das hier befindliche Oderberger Tor gelangten die meisten Waren und Rohstoffe nach Berlin. Vieles wurde gleich auf dem Markt vor dem Tor umgeschlagen. Da die Viehhaltung innerhalb der Stadtmauern verboten war, etablierte sich hier auch gleich noch der Berliner Viehmarkt. 

 

Im Gegensatz zur planmäßigen Erweiterung Berlins kam es rund um den Alexanderplatz zu einer „wilden“ Bebauung, die sich noch heute in den überkommenen Namen wie „Spandauer Vorstadt“ oder „Scheunenviertel“ ausdrückt. Als Friedrich I. von seinem Krönungszug aus Königsberg kommend hier in Berlin einzog, erhielt nicht nur das Stadttor einen neuen Namen, sondern die gesamte Ansiedelung wurde nunmehr als „Königsvorstadt“ in die Stadtplanung aufgenommen. Am Alexanderlatz entstanden Manufakturen und, typisch für Preußen, ein Exerzierplatz. 

 

Nachdem auf diesem „Paradeplatz“ 1805 der russische Zar Alexander I. empfangen worden war, verlieh der preußische König Friedrich Wilhelm III. eine Woche später dem historischen Boden den Namen „Alexanderplatz“.

Zuvor aber waren zahlreiche Veränderungen vonstatten gegangen. Durch die neue Berliner Zollmauer von 1734 war der Alexanderplatz bereits innerstädtisch und zum betriebsamsten Viertel Berlins geworden. Nebeneinander existierten die unterschiedlichsten Gewerbe, Glaubensgemeinschaften, Wohnbauten, Verwaltungen und Militär. Für Reisende war es der erste Anlaufpunkt. Selbst Berühmtheiten wie Lessing, Schinkel oder Kleist lebten hier. Die Durchmischung der Bevölkerung und die verwinkelte Bebauung wurde zum Markenzeichen des Viertels.
Im 19. Jahrhundert kamen noch Theater und Unterhaltungsetablissements dazu sowie die Einbindung als Knotenpunkt in das Berliner Verkehrsnetz. Die Eröffnung der Berliner Stadtbahn 1882 auf den ehemaligen Festungswällen machte den Alexanderplatz zur bedeutendsten Station der Stadt. Nach dem Marktverbot 1896 verdichtete sich die Bebauung auf dem Platz extrem. Nun gab es hier auch gehobene Hotels und Kaufhäuser.

Dieses ganz spezielle Milieu war dann auch die Vorlage für Döblins berühmten Roman „Berlin-Alexanderplatz“. Der Held Franz Biberkopf trifft in seiner Berlin-Geschichte die unterschiedlichsten Figuren – von der Dirne bis zum reichen Bürger.

In den 20er und 30er Jahren erhielt der Platz aber auch seine heutige Grundgestalt. Die zwielichtigen Gewerbe wurden in die Seitenstraßen abgedrängt. Das sprichwörtliche „Berliner Tempo“ leitet sich aus der Vielzahl von wechselnden Reklamen ab, die hier am Alexanderplatz zum Synonym für hektisches Großstadtleben wurden.

Nach der Zerstörung im II. Weltkrieg machte die DDR-Regierung den Alexanderplatz zum großflächigen städtebaulichen Vorzeige-Ensemble. Seine ursprüngliche Belebtheit eroberte sich der Alexanderplatz nach der Wende wieder zurück.

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