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Geschichte Berlins
Die urkundliche Geschichte der Stadt Berlin beginnt am Ende des 12. Jh. Das Gebiet um Berlin ist zwar vermutlich seit der Zeit um 60.000 v.Chr. besiedelt, wie Funde prähistorischer Zeugnisse vermuten lassen, allerdings kann eine Stadtgründung auf dem Gebiet der heutigen Berliner Kernstadt nicht vor dem Mittelalter nachgewiesen werden.
Nachdem in Antike und Frühmittelalter dort germanische wie slawische Stämme gesiedelt hatten, wurde das Gebiet um Berlin 1157 von Albrecht I. aus dem Geschlecht der Askanier durch die Gründung der Mark Brandenburg und Vertreibung der Slawen quasi Teil des Heiligen Römischen Reiches.
Es folgte eine Siedlungsgründung an einer Furt über die Spree; während am rechten Ufer Alt-Berlin (also der historische Kern des heutigen Berlin) gegründet wurde, entstand auf einer Spreeinsel der Ort Cölln. Die erste urkundliche Erwähnung der Namen Berlin und Cölln fand 1244 bzw. 1237 statt. Berlin erhielt vermutlich 1240 das Stadtrecht, 67 Jahre später folgte der Zusammenschluss der Teile Cölln und Berlin zur Doppelstadt Berlin-Cölln. Die Verleihung des Marktrechtes an die Stadt machte sie wirtschaftlich stärker als die umliegenden Städte wie z.B. Spandau.
1320 ging nach dem Aussterben der Askanier die Mark Brandenburg und damit Berlin in die Hand der Wittelsbacher über, allerdings nur bis zur Übernahme des ersten Kurfürstenamtes durch Friedrich I. aus dem Haus der Hohenzollern.
Die Verlegung des Wohnsitzes der Hohenzollern nach Berlin sorgte für den Verlust des Status einer Hansestadt, womit sich der wirtschaftliche Schwerpunkt von Handel auf Produktion und Versorgung für den Adel verlagerte. Im 16. Jh. überschritt die Einwohnerzahl Berlins erstmals die 10 000.
1539 sorgte der damalige Kurfürst und Herzog von Preußen Joachim II für ein Vorantreiben der reformatorischen Gedanken und beschlagnahmte im Rahmen der Säkularisierung Eigentum der katholischen Kirche, mittels dessen er den berühmten Kurfürstendamm errichten ließ.
Nachdem sich im Dreißigjährigen Krieg die Bevölkerung der Stadt halbiert hatte und große Teile der Stadt zerstört oder beschädigt worden waren, betrieb der Kurfürst Friedrich Wilhelm eine intelligente Migrations- und Religionspolitik. So gewährte der vertriebenen jüdischen Familien aus Österreich Asyl und ermöglichte den aus Frankreich vertriebenen Hugenotten das Unterkommen in Brandenburg, was unter andrem dazu beitrug, dass zu Beginn des 18. Jh. über 20 Prozent der Berliner Bevölkerung französisch war. Weitere Einwanderer kamen aus Böhmen und Polen.
Zu dieser Zeit entwickelten sich auch das preußische Königtum sowie der preußische Militärstaat. Unter Friedrich dem Großen wurde Berlin Zentrum der Aufklärung, was allerdings durch seinen Nachfolger rückgängig zu machen versucht wurde.
1806 wurde Berlin durch französische Truppen unter Napoleon Bonaparte eingenommen und der altpreußische Militärstaat wankte und wurde teilweise demokratisiert. Im
Im 19. Jahrhundert hielt die Industrialisierung Einzug und Berlin erreichte eine Größte von 400 000 Einwohnern, es wurden bedeutsame Institutionen gegründet wie die Humboldt-Universität. /sent ?>Nach der deutschen Revolution und dem Krieg zwischen Preußen und Frankreich folgte 1871 die Gründung des dt. Kaiserreiches. Berlin wurde Zentrum einer durch Preußen regierten deutschen Nation, welche wirtschaftlich und wissenschaftlich führend war, jedoch vom konservativen und militaristisch geprägten Preußen in ihrer politischen und kulturellen Freiheit unterdrückt wurde. Ende des 19. Jh. war Berlin eine Stadt von 800 000 Einwohnern.
Der Erste Weltkrieg brachte im Winter 1916/17 Hunger nach Berlin und nach der Niederlage Deutschlands im Krieg beendete Wilhelm II durch seine Abdankung das Ende der Hohenzollernmonarchie.
Die Unruhen und innerdeutschen Kämpfe, besonders zwischen Rechtskonservativen und Kommunisten in Berlin führten 1919 zu einer Verlegung der Regierung nach Weimar. Nach der Wirtschaftskrise 1923 begannen in Berlin die „goldenen Zwanziger“, in welchen Berlin industriell und kulturell zur größten Stadt Europas wurde. Die Einwohnerzahl des Großraums Berlin betrug damals fast 4 Millionen Einwohner. Aus dieser Zeit stammt unter anderem der Flughafen Tempelhof.
Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin erneut Hauptstadt des Deutschen Reiches. Bis 1945 blieb Berlin Zentrum des Hitlerregimes und erlitt durch den Bombenkrieg der Alliierten schwerste Schäden an Bewohnern und Gebäuden. Nach der Eroberung durch die Alliierten wurde Berlin in vier Besatzungszonen aufgeteilt.
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 sowie der Deutschen Demokratischen Republik war Berlin quasi in zwei Hälften geteilt, da beide Staaten den Großraum Berlin formal für sich beanspruchten. Der Ostteil blieb Hauptstadt der DDR, während die westliche Regierung nach Bonn umzog. 1961 wurde durch den Bau der Berliner Mauer die Teilung eine faktische.
Da Berlin am Krisenpunkt des Kalten Krieges selbst lag, war es im 20. Jh. immer wieder Schauplatz von Auftritten berühmter Politiker wie John F. Kennedy.
Der Westteil der Stadt war darüber hinaus Zentrum der studentischen Protestbewegungen der 68er und Anfang der 70er bildete sich eine Terroristenszene aus Anhängern der RAF und der Bewegung 2. Juni.
Nach der Wiedervereinigung der deutschen Staaten wurde Berlin 1990 wieder Hauptstadt Deutschlands. 1999/2000 wurden die bundespolitischen Organe Bundestag und Bundesrat in Berlin aktiv.
Heute besitzt die Stadt 3,4 Millionen Einwohner und ist eine der meistbesuchten Städte Europas.
Berliner Mauer
Tatsächlich gibt es die Berliner Mauer in der wiedervereinigten Stadt Berlin schon lange nicht mehr. Doch ist die Erinnerung an sie, mit all ihren Konsequenzen und Hindernissen für die Menschen während der 28 Jahre dauernden Stadttrennung noch durchaus lebendig. Die Stadt ist wieder zusammengewachsen und nur für die Nachwelt erhaltene Exponate erinnern an die Separation.
Am frühen Morgen des 13. August 1961 wurde durch die DDR-Regierung zur Unterbindung des Fluchtstromes damit begonnen, zunächst mit Hilfe von Betonpfählen und Stacheldraht, eine Mauer zwischen Ost- und Westberlin zu errichten. Die offizielle Begründung der Mauererrichtung durch die SED-Führung lautete „Antifaschistischer Schutzwall zur Friedenssicherung“. Von heute auf morgen waren Familien und Freunde plötzlich getrennt. Auch den etwa 60.000 Berufspendlern war das Betreten der westdeutschen Zone untersagt. Häuser wurden kurzfristig abgerissen, zwangsgeräumt oder zugemauert, mitunter sogar einfach im Grenzbereich getrennt. Die Bahnverbindungen wurden an den Grenzstellen unterbrochen oder gekappt. Um die Mauer nachfolgend weiter zu verstärken, wurden tiefe und weitläufige Gräben, manchmal bis zu 100 Metern, ausgehoben und die Stacheldrahtzäune durch Betonmauern ersetzt, die größtenteils knapp vier Meter hoch und mit einer Krönung aus Betonröhren versehen waren. Zusätzlich montierte Selbstschussanlagen und die Verminung des entstandenen Grenzgebietes sorgten zusammen mit erteilten Schießbefehlen der Grenztruppen dafür, dass absolut kein Durchkommen für die Bevölkerung mehr möglich war. Auch wurden Wachtürme, Schutzbunker, Hundelaufanlagen und völlig sichtfreie Patrouillenwege errichtet sowie zum Teil eine zweite Mauer dahinter errichtet. Die Grenze zwischen Ost- und Westberlin und zur DDR war etwa 166 km lang. Auf einer Länge von 107 km stand die Berliner Mauer, die 192 Straßen durchschnitt. Zwischen dem 13.08.1961 und dem 09.11.1989 gab es offiziell knapp 170 Todesfälle von Personen durch Gewaltakte, die die gleichwohl versuchte Flucht nicht überlebt haben.
Als am 23. August 1989 Ungarn seine Grenzen öffnete, flohen etwa 13.000 Urlauber und drängten sich in Budapest in der Botschaft. Auch in der Tschechoslowakei in Prag gab es ähnliche Bilder. Es kam zu Demonstrationen und Massenveranstaltungen, um die Reisebeschränkungen der DDR-Bürger aufzuheben. Nach vielen politischen Prozessen fiel die Berliner Mauer unter großem Jubel der Bevölkerung am 09. November 1989.