WINZAVOD - Moscow Contemporary Art Center
9. November - 13. Dezember. 2009
Ausstellung der Privatsammlung „Künstler für Freiheit“ anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls.
Die Berliner Mauer: 13. August 1961 - 9. November 1989
Auf der einen Seite der Osten, auf der anderen Seite der Westen, in der Mitte die „Schandmauer“ und auf ihrer ganzen Länge das Niemandsland und die Hinterlandsmauer: die Trennung tausender Familien, 239 Mauertote. Die Teilung der Welt in zwei unversöhnliche Blöcke wurde bis zum 9. November 1989 an der Mauer greifbar. In dieser Nacht, die das Ende der bipolaren Weltordnung symbolisiert, lässt die aufgebrochene Mauer eine unaufhörliche Menschenflut frei.
1990 - 2009: eine einzigartige Sammlung
Schon 1990 wurden unbemalte Mauerfragmente aus dem Ostberliner Niemandsland im Format 1 x 1,20m zum Bildträger für die Kreativität international renommierter Künstler wie Eduardo Chillida, Arman, Daniel Buren, Sol Lewitt, Ilya Kabakov, Richard Long, Erik Bulatov, Mimmo Paladino, Robert Longo… All diese Werke, insgesamt 45 Stück, bilden die einzigartige Sammlung „Künstler für Freiheit“, die Sylvestre Verger seit fast 20 Jahren immer wieder zugänglich macht und erweitert.
Sylvestre Verger entdeckt die ersten Stücke der Sammlung 1990 in Paris in Begleitung des Kunstkritikers Georges Boudaille (1925-1991), der ihm den Rat gibt, sich der Sammlung zuzuwenden. 1991 bringt er die Sammlung auf Anfrage eines Vereins nach Madrid und nach London. Da die internationale Tournee aus finanziellen Gründen abgebrochen werden muss, erwirbt Sylvestre Verger die Sammlung vor dem High Court of Justice in London, und rettet sie so davor, in alle Winde zerstreut zu werden.
1996 wird die Sammlung in Lyon gezeigt, wo Michail Gorbatschow beim Besuch Ausstellung ihre Bedeutung hervorhebt. Zwei Jahre später ist sie an symbolischem Ort in Nikosia - der geteilten Hauptstadt von Zypern, zu sehen und 2001 in Köln. Der Völkerbundpalast von Genf beherbergt 2004 etwa ein Dutzend Werke. Im folgenden Jahr reist die Sammlung als Beitrag der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Unabhängigkeit und zum 5. Jahrestag der Wiederaufnahme der Gespräche zwischen Südkorea und Nordkorea nach Seoul und nach Jeong-Ju.
...die lebendig bleibt
Bei jeder Station der Ausstellung entstehen als Bereicherung für die Sammlung neue Werke auf unbemalten Mauerfragmenten aus der Hinterlandsmauer. (Ein Segment der Hinterlandsmauer misst 4,4 x 2m, zerschnitten in 4 Teile im Format 1 x 1,20m bei einer Stärke von 10cm wiegt jedes Stück etwa 200 kg).
Die Werke wurden im Auftrag von Sylvestre Verger von Künstlern geschaffen, die er sehr hoch schätzt, wie Takis, Vladimir Vélicovic, Gérard Fromanger, Peter Klasen, Guy Roussille, Peter Unsicker, Boris Zaborov, Thierry Vidé und Thierry Noir. Weitere wurden in einem Wettbewerb am Ausstellungsort ausgewählt, wie es mit den Werken von Theodoulos in Nikosia und Jeon Su-Cheon in Seoul der Fall war. Anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls hat Sylvestre Verger drei neue Werke bei Yann Kersalé, Juan Gardy Artigas, Isao und Citny in Auftrag gegeben.
Moskau, 9. November - 13. Dezember. 2009: 20. Jahrestag des Mauerfalls
Anlässlich des 20. Jahrestags des Mauerfalls hat Sylvestre Verger, 42 Werke seiner Sammlung ausgewählt, vom 9. November - 13. Dezember. 2009 im WINZAVOD - Moscow Contemporary Art Center gezeigt werden.
Die ausgewählten Werke stehen für unterschiedliche Aspekte:
• Die Anprangerung der Systeme, die diesseits oder jenseits der Mauer bestanden haben (Bruskin, Oppenheim, Kriki, Castelli, Zaborov, Vélicovic…)
• Die Anklage der Erbauung der Mauer (Fromanger, Klasen, Kabakov, Mach, Cane…)
• Die Freude über den Mauerfall (Arman, Chillida, Knie, Bulatov, Longo, Noir…) und über die Erneuerung, die er mit sich bringen sollte (Roussille, Vidé…)
• Die Aneignung des Bildträgers durch den Künstler, ohne den Wunsch, das geschichtliche Ereignis zu bezeugen: dann ist die künstlerische Freiheit völlig uneingeschränkt (Buren, Lewitt, Long…)
Die Vernissage (nur auf Einladung) findet 9. November. Zu diesem Anlass wird Guo Li, zweite Cellistin des Zentralen Philharmonischen Orchesters von China, als Hommage an de Auftritt von Rostropowitsch vor der Berliner Mauer am 11. November 1989 die ersten drei Cello-Suiten von Bach spielen.
Nach einer ersten Schau in Paris im Park des Palais Royal vom 6. Mai bis zum10. Juni 2009 unter der Schirmherrschaft der französischen Ministerin für Kultur Frau Christine Albanel und nach Berlin, wird die Ausstellung in Moskau im Winzavod, Zentrum für zeitgenössische Kunst, vom 9. November bis zum 13. Dezember 2009 zu sehen sein.
Eine Übersicht der Sammlung und der Geschichte Europas seit Yalta bis heute finden Sie unter: www.berlin1989.com